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Kanonenfutter

Also, nicht dass ich Mitleid mit Frau Fiala hätte. Die agiert so tough und unerbittlich, dass sie schon mal den eigenen Parteimitgliedern den Austritt nahelegt, wenn sie die falsche Meinung vertreten. Aber, die Frau Fiala mit ihrer vermeintlich richtigen Meinung in die Arena zu schicken, während man genau wusste, dass die richtige Meinung halt doch die falsche Meinung war und man sich deshalb im Geheimen und ohne seinen Kollegen oder gar der Frau Fiala etwas zu verraten von der falschen richtigen Meinung zu so was wie der momentan richtigen richtigen Meinung umentschieden hat, ist dann doch starker Tobak.
"Hä?", fragt Mr Doorman.
"FDP", antworte ich und halte ihm die Zeitung hin.
Nach einer Weile lacht er schallend. "Kanonenfutter!", ruft er schadenfreudig (Er hat Frau Fiala nie besonders gemocht, obwohl er findet, sie sähe eigentlich noch ganz passabel aus). Dann kratzt er sich am Kinn. "Vielleicht sollten wir Herrn Pelli einen Rasierapparat kaufen."
Vielleicht. Vielleicht wäre aber auch Rückgrat keine schlechte Idee. Nur, wo kriegt man so was her?

PS: Ein Leserbriefschreiber unserer Zappadong-Lokalzeitung macht noch auf etwas Interessantes aufmerksam. In ihrer Abstimmungswerbung bezeichnete die FDP alle, die gegen die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen waren, als linke Diebe. Daraus folgert der Leserbriefschreiber haarscharf, dass die FDP 73 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer als Diebe betittelt. Mr Doorman und ich schliessen uns dieser Schlussfolgerung an, möchten aber darauf hinweisen, dass diese Anschuldigung nur temporär gültig war. Wie so vieles bei dieser Partei. Womit sie die CVP schon fast rechts überholt.

Das Zitat des Tages ...

... kommt mal wieder aus Arlesheim.

"Jetzt warten wir, bis die FDP noch zwei weitere Runden gedreht hat, dann geht's womöglich weiter."

Ich mag an diesem Satz das Wort womöglich am besten. Falls jemand der Partei ein nettes Geschenk machen möchte, schlage ich folgende Gegenstände vor:

- einen Kompass, damit sie sich nicht verirrt beim Runden drehen.
- eine Portion Einsicht (am besten in einer XXL-Packung)
- eine Portion Selbstkritik (da hier eine XXL-Packung noch zu klein ist, schlage ich einen Schiffscontainer voll vor).
- einen Teller (um über den Rand hinaus zu blicken)
- einen Wähler / eine Wählerin (ich spreche bewusst im Singular, da ich nicht glaube, dass der Plural hier angebracht oder gar realistisch ist)
- ein nettes "Stöckli" für den kleinen Mann mit der grossen Nase, bezugsbereit per sofort.

The morning after

In meiner Plattensammlung hat es eine Scheibe der Gruppe Bliss. Mein Lieblingssong dieses Albums heisst How does it feel the morning after? - und eigentlich geht es um Liebe und Verrat. Trotzdem dudelt der Refrain schon den ganzen Morgen durch meinen Kopf, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang  ...

"Was jaulen Sie denn da die ganze Zeit?", fragt Mr Doorman.
Jaulen? Habe ich etwa ... laut ... nicht nur im Kopf ...? Oha!
"Entschuldigung", sage ich. "Ich bin bester Laune."
"Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen", brummt Mr Doorman. "So, wie Sie klingen ..."
(So viel zu meinen Gesangskünsten).
"Doch, doch", antworte ich und halte Mr Doorman die Lokalzeitung unter die Nase:

"Wieso sollte das Volk eine Leistung erbringen, wenn es Politik und Manager, Verwaltungsräte und andere Entscheidungsorgane selbst nicht tun?"
Quelle: Printausgabe Werdenberger & Obertoggenburger, Kommentar von Armando Bianco

Mr Doorman grinst. "Dann waren Sie gestern also nicht allein?", fragt er.
"Nein. Mit mir waren 73 Prozent der Schweizer Bevölkerung."
"Tut gut, was?"
Und wie! Es gibt etwas von dem zurück, was ich verloren hatte. Vielleicht passiert jetzt endlich was. Vielleicht haben jetzt auch die grössten Dödel bemerkt, dass man das normale Fussvolk nicht unbeschränkt verarschen kann. Gucken wir mal.
"Ja", sage ich. "Im Moment tut das einfach nur gut."


Was man beim Nachtessen so alles planen kann

Zum Beispiel einen Angriff auf den Euro.

Heute Abend gibt's bei Mr Doorman und mir Raclette. Ich plane ein gemütliches Mampfen mit beiläufigem Planen eines Angriffs auf Delaware. Bis es soweit ist, freue ich mich am 93%-igen Nein der Isländer .

Und bis Herr Zappadong und ich vom Spazieren zurück sind, gibt's bestimmt erste Hochrechnungen zur Pensionskassenabstimmung. Vielleicht kann ich mich da auch freuen. Nicht gerade 93%-ig. Aber hoffentlich an einem wuchtigen Nein. Denn, wie man heute nachlesen kann, "schlucken" diese Pensionskassen, die uns an den Altersgeldbeutel wollen, pro Jahr ca. 10 Milliarden Franken.

"Unabhängige Pensionskassenexperten schätzen, dass bei den Kassen jährlich bis 10 Milliarden Franken in überrissene Honorare, Gewinne und Verwaltungskosten abfliessen und diese um die Hälfte reduziert werden könnten. Das Rentenloch von 600 Millionen wäre mehr als gestopft."
Quelle: Printausgabe der SonntagsZeitung

Damit könnte man so manchen Altersgeldseckel problem los füllen ....

UPDATE: Nicht ganz 93 % Nein zu der Pensionskassenabstimmung. Aber fast ... Und der Online-Tagi ist für einmal wirklich top, top, top  (mit einem Superservice zu den Abstimmungsresultaten)
UPDATE II: Der Kommentar hier, der bringt's für mich auf denPunkt.
UPDATE III: Wenn Sie noch ein wenig Zeit haben und nicht schon dem Link beim Journalistenschredder gefolgt sind, dann empfehle ich Ihnen den Lesetipp aus dem Kommentar von Herrn Raumsinn.

Wir kachingeln dann mal ...

Mr Doorman hat bei Ronnie Grob eine Goldgrube gefunden.
"Da kommt endlich der Chlütter rein, den wir für die Aufstockung des Schokovorrats brauchen", meint er lakonisch.
Nun, ich habe da meine Zweifel. Aber ausprobieren können wir das ja mal. Bei knapp 88 Kachinglern, verteilt um den ganzen Erdball, die meisten davon der deutschen Sprache nicht mächtig, wird das mit der Goldgrube wohl eher Wunschdenken bleiben. Jetzt sollte nur noch das mit dem "verify" klappen ....

On the road

Wieder mal mit dem Auto unterwegs gewesen heute. Und das hier mindestens eine Million Mal gehört (na ja, fast):



Und morgen wieder  ... :-)

I robot ... I car

Herr Zappadong und ich haben ein älteres Auto (weil wir nicht wollen, dass unser Auto mit uns redet). Herr Zappadong und ich haben kein GPS (weil wir nicht wollen, dass unser Auto mit uns redet).

Nun stehen wir vor neuen Herausforderungen. Und fragen uns: Wird es irgendwann noch Autos geben, die weder reden noch denken?

Wann immer möglich benutze ich aber die öffentlichen Verkehrsmittel. Da redet es auch mit mir. Was mich freut, weil ich dann weiss, wann welche Station kommt. Und manchmal rollt es mir die Zehennägel auf vor Grausen. Zum Beispiel wenn ich mit dem Regio-Turbo unterwegs bin, wo die Damenstimme ab Band jede zweite Station falsch ausspricht.

Umleitung reloaded

Wir müssen Sie schon wieder umleiten. Sind damit beschäftigt, unsere Kerzen nicht ausgehen zu lassen. Auf Alter Ego können Sie auch nicht zählen. Das ist die ganze Woche auf Lesetour im Kanton Aargau.

Und so leite ich Sie zu dieser hochspannenden Auseinandersetzung um. Oder - falls Sie immer noch nicht wissen, wie Sie bei den Pensionskassen abstimmen sollen - hierher.

Frau Zappadong und Mr Doorman

Absaufen

Mr Doorman und ich betrachten fasziniert den hartnäckigen Absaufkampf meines Selbstmitleids im vierten Untergeschoss. Wie Loch Ness schnellt das hässliche Mitleidsmonster immer wieder aus dem Wasser und gibt unheimlich grollende Laute von sich. Mittlerweile hat sich auch Onkel Vladimir zu uns gesellt.

"Soll ich es erschiessen, wenn es das nächste Mal auftaucht?", fragt er und tätschelt dabei liebevoll seine Kalaschnikow.
"Nein, ist viel spannender so", antwortet Mr Doorman. "Ausserdem haben Frau Zappadong und ich eine Wette laufen, wann es endgültig absauft."
"Aha", sagt Onkel Vladimir. "Und?"
"Ich habe verloren", antwortet Mr Doorman. "Mein Tipp war Donnerstagnachmittag, 14.31 Uhr."
"Es ist Freitag", meint Onkel Vladimir trocken.
"Eben", seufzt Mr Doorman.

Als sich die durch 147 Kerzen (mehr konnten wir nicht finden) beleuchtete Wasseroberfläche etwas glättet, deutet Onkel Vladimir mit dem Finger auf ein Bündel nasses Papier. "Was ist denn das?" fragt er.
"39 Millionen."
"Rubel?"
"Franken."
"Aha."
"Wenn schon drei Buchstaben, Onkel Vladmir, dann bitte UBS", sage ich.
Und dann schauen wir ungerührt zu, wie das letzte Bündel dieser 39 Millionen absäuft. Der kleine Mann mit der grossen Nase wird den Chlütter dann schon anderswo einsparen.

Und sonst? Haben wir vom Weltgeschehen wundersamerweise hier unten im vierten Untergeschoss nichts mitbekommen. Auch Alter Ego hat sich im Südtirol tunlichst von allen Zeitungen und Nachrichten ferngehalten. Dieser Zustand der Unwissenheit ist wie ein Wellnessurlaub.

"Schön ruhig hier unten", sagt Mr Doorman. "Ich glaube, ich bleibe noch eine Weile."
"Hast du die gelben Pakete verschickt?", fragt Onkel Vladimir.
Mr Doorman nickt.
"Guuuuuuuuut", sagt Onkel Vladimir. "Ich geh dann mal wieder. Zu wenig los bei euch."
"Grüss den Sepp", trage ich ihm auf. "Er soll zur Piratenflagge schauen, solange wir auf Tauchstation sind."

In diesem Moment taucht das Monster schnaubend aus dem Wasser auf. Mr Doorman und ich gucken ihm direkt in die Augen. Eigentlich ... also eigentlich, ist es ja ganz niedlich.

Wegen Frust geschlossen

"Frau Zappdong, was tun Sie denn da?"
"Ich drück den roten Knopf und fahr uns wieder runter."
"Nach all der Arbeit."
"Ja."
"Warum?"
"Mich hat der Frust überfahren wie eine Dampfwalze. Bin grad ziemlich platt."
"Ist's der kleine Mann mit der grossen Nase?"
"Oh, den hätte ich schon fast vergessen."
"Die Banker?"
"Auch."
"Die Pensionskässeler?"
"Auch."
"Auch? Himmel! Ist denn da noch mehr?"
"Ja."
"Wollen Sie darüber reden?"
"Nein."
"Na gut, dann drücke ich den Knopf."
"Tun Sie das."
"Und die Piratenflagge?"
"Lassen wir flattern. Wir spielen jetzt mit dem Frust Russisches Roulette. Und dabei bescheissen wir, dass sich die Balken biegen."
"Gute Idee. Soll ich noch einen Eimer Selbstgebrannten mitnehmen?"
"Wenn Sie möchten."
"Und eine Badewanne, in der Sie das Selbstmitleid ersäufen können?"
"Da reicht eine Badewanne nicht. Aber ich glaube, wir haben jede Menge Wasser im vierten Untergeschoss. Das sollte genügen."
"Gehen wir?
"Ja."

Kino ohne Ende ... und ein klitzekleines Problem

Weil das kleine Mainstream-Multiplex-Kino, dass gleich um die Ecke des Zappadong-Gebäudes liegt, auch diese Woche lieber die Mainstream-Filme zeigt als andere, setzten sich Herr Zappadong und ich ins Auto und fuhren ins benachbarte Liechtenstein, ins Kino unserer Jugend.

Erst einmal verfuhren wir uns. Weil alles anders ist als in der guten alten Zeit und die Schleichwege von damals schon längst keine mehr sind. Dann kauften wir unsere Tickets, d.h. wir bezahlten den Eintritt, Tickets gab's nicht. Setzen konnten wir uns, wo wir wollten. Es war alles noch so, wie beim lange zurückliegenden letzten Mal. Und dann die Überraschung.

KEIN EINZIGES WERBEDIA.
KEIN EINZIGER WERBESOPT.

Herr Zappadong und ich kippten vor Freude und Begeisterung beinahe aus den Sesseln (auch noch die gleichen wie damals).

Danach: Ein Trailer und dann der Film im Original (schon wieder fast aus den Sesseln gekippt; so was gibt's doch gar nicht mehr, dachten wir). Und: KEINE PAUSE.

Kurz: Kino, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Weniger witzig war dann, dass der Film 20 Minuten vor dem Ende riss und nicht repariert werden konnte. Aber auch das wurde souverän gemeistert. Der junge Ticket- und Süssigkeitenverkäufer, der gleichzeitig auch der Filmevorführer war und mit uns in der Vorstellung sass, erklärte äusserst charmant, dass da leider, leider gar nichts zu machen sei - und dass wir selbstverständlich alle das Geld zurückbekommen würden.

Jetzt haben Herr Zappadong und ich ein Problem: Wir kennen das Ende vom "Ghostwriter" nicht. Der Film riss an der Stelle, in der das Buch durch die Druckmaschinen ging. Falls jemand den Film zu Ende geguckt hat. Wenn uns jetzt noch jemand den Schluss erzählen könnte, wären wir äusserst dankbar.

Umleitung

Mr Doorman und ich müssen Sie aus Zeitgründen auch heute umleiten. Verpassen Sie auf keinen Fall den Beitrag über den politischen Kindsmissbrauch drüben bei titus.

Wer zahlt, befiehlt

Leider ist bei uns grad ein wenig die Zeit knapp. Mr Doorman packt immer noch Stäbe in gelbe Postpackete, mein Alter Ego ist im Buchüberarbeitungsendspurt.

Und so gibt es auch heute nur einen Link, einen, der zum Thema der letzten paar Einträge passt.

Er hat mit Erfüllungsgehilfen der Show mit besten Hoffnungen für die Sicherheit zu tun und wie fast immer dieser Tage geht es um Geld und Verantwortung.

Weil's grad so schön zu meiner Stimmung (und dem letzten Eintrag) passt

Eine Frage des Wertes. (via)

Reden wir mal kurz von Verantwortung

Pflegerin im Altersheim, ausgebildet, mehrere Jahre Berufserfahrung: CHF 4000.00 im Monat.
Wenn sie einen Fehler macht, können Menschen sich wund liegen, physisch und psychisch leiden, sterben.
Verantwortungsfaktor: sehr hoch (es geht um Menschenleben).
Gewinn für die Gemeinschaft: hoch.

Investmentbanker. Mehr als eine Million pro Jahr. Plus Bonus.
Wenn er einen Fehler macht, kommt der Staat, rettet seine Bude und er verdient genau gleich viel - oder noch mehr - als vorher.
Verantwortungsfaktor: gegen null tendierend (weil es egal ist, wie er geschäftet).
Gewinn für die Gemeinschaft: tief.

Ich glaube, ich muss aufhören, über solche Dinge nachzudenken, sonst wird mir schlecht. Ich gehe jetzt Mr Doorman helfen, Uranstäbe in gelbe Postpakete zu packen. 

Monster

Hier.

Zukunftsmusik

Na ja, so unrecht hatten Zager And Evans nicht ... nur mit den Zahlen lagen sie leicht daneben.

Alles legal

Onkel Vladimir ist schlecht gelaunt. Das ist nicht witzig, glauben Sie mir. Mr Doorman hat sich in den Keller verzogen, Gold polieren, ich trinke meinen Kaffee alleine in der Besenkammer im elften Stock, in sicherer Entfernung von Onkel Vladimir.

Der telefoniert gerade. Und leider hört man ihn von der Lobby bis nach hier oben, in den elften Stock.
"Verdammte Sauerei!", brüllt er. "Wenn ihr ganz Europa bescheissen könnt, will ich auch etwas davon haben."
....
"Mir wurscht, wie ihr das macht. Ich bekomme Kreta, kapiert? Und die Akropolis."
....
"Und einen Verwaltungsratssitz in eurem Scheissladen."
(So langsam wird mir das unheimlich)
....
"Nein, das ist nicht zu viel. Im Gegenteil. Ich will ein Nachtessen mit dem Präsidenten, im Oval Office."
....
"Na, geht doch!", posaunt Onkel Vladimir und klingt plötzlich wieder gut gelaunt.

Ich bleibe doch noch eine Weile in Deckung und lese in einem zerfledderten Westernroman, den jemand in der Besenkammer liegen lassen hat (wahrscheinlich Nini Zappadong, der hat die Dinger stapelweise verschlungen). Unten höre ich Onkel Vladmir singen. Keine Ahnung, warum er Gotthard kennt, auf jeden Fall ist das eindeutig der Song "Top of the World" (es ist irgendwie ungerecht, dass Onkel Vladimir so gut singen kann). Als er nach 20 Minuten immer noch singt, verlasse ich meine Deckung und gehe nach unten.

"Gute Laune?", frage ich.
"Und wie!", antwortet er. "Die Geschäfte laufen gut. Sehr gut. Bin gerade in den Griechenlandhandel eingestiegen." Ein breites Grinsen zieht über sein Gesicht. "Tolle Sache. Und alles legal!"
Mein Gefühl sagt mir: Irgendwo ist da ein Haken.
"Wir brauchen 500 Pakete. So gelbe von der Post", sagt Onkel Vladimir.
Ich schlucke leer. "Wozu?", frage ich.
"Das", antwortet Onkel Vladimir, "wollen Sie nicht wissen."
Ich fürchte, er hat recht.
"Aber sagen Sie meinem Vetter, er soll aufhören, das Gold abzustauben und sich hinter die Uranstäbe machen."
Ich hab's geahnt. Es musste ja so kommen.

UPDATE: Wie viel für Goldman Sachs dabei heraussprang

Heute klauen wir Text und morgen fahren wir den Weltfrieden an die Wand

Ich wusste es. Sonntagszeitungen lesen IST gefährlich.

Da schreibt also so eine Dame von der NZZ mit wahrscheinlich null Ahnung von gar nichts, sie verstehe die ganze Aufregung um das Kopieren von Texten nicht. Habe man doch immer schon gemacht und sowieso, die Blogger sollen nicht so kleingeistig borniert reagieren, die täten das ja ständig. Worauf ich mir überlegt habe, ihren Artikel abzuschreiben, den ganzen, dann ein paar Sätze umzustellen und zwei oder drei Wörter zu ändern ... und dann mal zu gucken, ob sie dann immer noch ihrer Meinung ist, die Dame. Leider ist mir das zu gefährlich. Denn sie könnte tatsächlich mit der gesamten, furchteinflössenden Rechtsabteilung ihres Verlags angefahren kommen und dann wäre ich - wie Onkel Vladimir mir gestern schon so schön verdeutlichte - total am Arsch.

Nun, das ist aber noch nichts im Vergleich mit jenem Artikel aus dem Wirtschaftsteil derselben Zeitung, wo genau und glaubhaft beschrieben wird, wie Goldman Sachs am Niedergang Griechenlands verdient - mit Hilfe der Pensionskassen, denen man versichert, es könne nichts passieren, da es im Fall des totalen Absaufens Griechenlands keinen Schadenfall gäbe, weil es Notfallmassnahmen zur Rettung des Landes gebe. Zur Erinnerung: Goldman Sachs gibt es nur noch, weil man gigantische Rettungsmassnahmen für sie ergreifen musste, unter denen nun eine gesamte Weltwirtschaft leidet. Zur weiteren Erinnerung: Banken wie Goldman Sachs haben uns an die Wand gefahren. Jetzt könnte es gut möglich sein, dass sie wissentlich den Krieg riskieren. Den ohne WIRTSCHAFT vor dem Wort KRIEG.

UPDATE: Es ist alles noch viel schlimmer Goldman Sachs hat Griechenland auch geholfen, die EU in Bezug auf die wirkliche finanzielle Lage des Staates zu täuschen. Meine Frage wäre nun: Ist es denn nicht möglich, solchen Banken die Lizenz zu entziehen? Oder läuft das immer noch unter too big to fail?

Sie sind am A...., Frau Zappadong

Ja, der Onkel Vladimir, der bringt es halt immer direkt auf den Punkt. Weshalb er unser Gespräch mit einem "Sie sind am Arsch, Frau Zappadong" beginnt.
Nun, das könnte man so sehen, bei einer Ladung geschmuggelten Urans und tonnenweise versteckten Goldbarren im Keller. Aber mit seinem Ausspruch meint Onkel Vladimir - wie sich gleich herausstellen wird - nicht die kleinen Mitbringsel aus seiner Heimat.
"Stellen Sie sich vor, Ihr Compüterchen geht kaputt und Sie holen sich einen dieser cleveren Burschen, der das wieder hinkriegt", beginnt er.
Ich warte, denn ich habe keine Ahnung, worauf er hinaus will.
"Dann", fährt Mr Doorman fort, "nutzt er die Gelegenheit und lädt sich das fixfertige Manuskript Ihres Alter Egos auf eine CD und verschwindet damit."
"Oha", sage ich.
"In der Tat", antwortet Onkel Vladimir. "Denn nun kommt's: Sie gehen zur Polizei und zeigen den *&%ç%* (zensuriert) an."
Ich nicke heftig.
"Und die Polizei informiert sie darüber, dass er Ihr Manuskript an einen Verlag verkauft hat und einen Vorschuss kassiert hat."
"Ha, den kriegen wir dran!", rufe ich.
"Nein", erklärt Onkel Vladimir. "Deshalb sind Sie ja am Arsch."
"Hä?", sage ich.
"Darf ich zitieren?", fragt Onkel Vladimir.
"Sie dürfen", antworte ich.

"Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei." (Frau Justizministerin Beate Merk aus Bayern, Quelle)

Ich bin grad ein bisschen verwirrt. "Sie meinen, weil mein Manuskript kein Auto oder kein Handy ist, sondern nur Daten auf einem Maschinchen, kann man es klauen."
"Sie haben's erfasst", sagt Onkel Vladimir zufrieden. "Sie sind am ..."
"Stopp!", rufe ich. "Ich hab's kapiert."
"Ja, die ersten 50 Prozent", fährt Onkel Vladimir ungerührt fort. "Jetzt kommt der Rest."
"Welcher Rest?"
"Der nächste Teenager. 13 Jahre alt. Findet Ihren Blog zum Brüllen schlecht und verwurstelt ihn zu einem Buch Warum man Blogs hassen muss und schreibt dazu wortwörtlich ihre Beiträge ab."
"Dem werd ich was hinter die Löffel geben", murmle ich.
"Aber nicht doch!", sagt Onkel Vladimir. "Können Sie doch nicht. Das clevere Kerlchen ist doch schon längst für den Aussermarsianischen Buchpreis nominiert. Sie würden als schlechte Verliererin dastehen."
Jetzt ist mir schlecht. Ich überlege mir, meinen Beruf zu wechseln und Schuhmacherin zu werden. Wenn mir dann jemand die Schuhe klaut, kann ich darauf beharren, dass sie eine Sache sind ...

PS: Wäre noch ganz witzig, wenn jemand der Frau Merk aus Bayern ein paar persönliche Daten abstauben würde und ihr dann mit ihrer eigenen Argumentation käme ...

Schönes Wochenende

Gedenkminute

Während wir die zweite Tasse Kaffee trinken, halten Mr Doorman und ich in Eintracht mit Frau Petra van Cronenburg eine Gedenkminute ab.

UPDATE (hinke heute den Aktualitäten hinterher): Frau Wetterfest plagiagiert jetzt auch ... oder so. Blogger mögen bitte die Buchstaben in ihren Einträgen anbinden - andernfalls könnten Sie von Frau Wetterfest gekidnappt resp. gekl... (ach, so, das sagt man jetzt ja nicht mehr) und zum Buch verwurstelt werden.
UPDATE II: Oha.
UPDATE II: Lesenswert.

1:12

Wir trinken also Kaffee und regen uns nicht auf. Draussen flattert unsere Piratenflagge, hier drinnen ist es schön warm. Mr Doorman und ich haben uns den Unterschriftenbogen der Initiative 1:12 aus dem Internet heruntergeladen und setzen gerade unsere Unterschriften darunter.

UPDATE: Harald Jenk legt in seinem Blog genau die Gründe dar, warum Mr Doorman und ich unseren Namen auf den Unterschriftenbogen gekritzelt haben.

Sollen wir uns jetzt aufregen ...

... fragt mich Mr Doorman.
"Nein", antworte ich. "Aber haben Sie die Piratenflagge heil zurückgebracht?"
"Klar, doch, Ehrensache", antwortet Mr Doorman.

(Zwischenbemerkung: Er, Onkel, Vladmir und Sepp haben ihren Grind gegen die Marmorfassaden der Pensionskassen geschlagen und hätte ich ein Handtäschchen dabei gehabt - hätte ich es den Häuptlingen, die durch die Drehtür kamen .... ähm .... lassen wir das ...)

"Dann hängen wir sie jetzt wieder auf", sage ich.
"Ist das alles?", will Mr Doorman wissen.
"Ja!", antworte ich. "Wenn die so weitermachen, kracht das alles von alleine zusammen. Da müssen wir gegen gar nichts anrennen."
"Dann trinken wir jetzt noch eine Tasse Kaffee", schlägt Mr Doorman vor.
Aber sicher doch.

UPDATE: Wenn Sie nicht anders können als sich halt doch zu ärgern, gucken Sie hier vorbei.

Einen für titus, einen für mich ...

... so am Ende eines langen Tages.

Lieber titus. Für Sie, Sie junger Hüpfer, weil Sie sich nicht an die Nits erinnern. Lassen Sie sich in die holländischen Berge entführen.



Und der da ist für mich. Und Sohn Zap. 1959. Von Sisters of Mercy.